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Die Rechenzentren des IZB Informatik-Zentrums

IT-Banken & Versicherungen, Ausgabe 3/2007

Wenn Banken und Finanzinstitute Teile ihrer IT-Infrastruktur an einen externen Dienstleister auslagern, gibt es dafür gute Gründe. Allen voran stehen die Versprechen der Outsourcing-Anbieter, dieselben Tätigkeiten zu einem günstigeren Preis als der Kunde selbst durchführen zu können. Während die Senkung der IT-Kosten natürlich eine legitime Motivation für die Beauftragung eines spezialisierten IT-Dienstleisters ist, sollte dieser Aspekt jedoch nicht alle anderen überschatten. Denn es nützt Unternehmen gerade im Finanzbereich wenig, wenn ein externer Dienstleister lediglich Standardprodukte wie beispielsweise Speicherplatz auf Storage-Systemen oder Postfächer auf einem E-Mail-Server zu geringeren Kosten anbietet. Insbesondere Banken und Finanzinstitute haben auf Grund des Kreditwesengesetzes, Auflagen der BaFin sowie durch Basel II und anderer Richtlinien besondere Anforderungen an ihre IT-Systeme. Standardprodukte allein werden diesen meist nicht gerecht. Deshalb ist es umso wichtiger, dass der IT-Dienstleister die (Bank-)Prozesse bei den Kunden sowie die rechtlichen Rahmenbedingungen versteht und seine Produkte entsprechend an die individuellen Bedürfnisse seiner Kunden anpassen kann. Auch ist es beim Outsourcing nicht immer sinnvoll, ein bestehendes IT-System einfach einem Dienstleister zu übergeben und es fortan extern betreiben zu lassen. Denn es hat sich in der Praxis oft gezeigt, dass der Kunde eines IT-Dienstleisters - dessen Kernkompetenz naturgemäß nicht die IT ist - gar nicht das für ihn optimale System besitzt. Und oftmals ist es für den Kunden sehr schwer, den tatsächlichen Bedarf selbst richtig einzuschätzen. Daher steht beim IZB Informatik-Zentrum als Mitglied der Sparkassen-Finanzgruppe am Anfang einer jeden Kundenbeziehung sowie vor jedem neuen Projekt zunächst eine ausführliche Analyse der tatsächlichen Bedürfnisse und eine individuelle Beratung. Dass das IZB Informatik-Zentrum gerade im Bankenbereich über viel Erfahrung verfügt, verrät schon ein Blick auf die Kundenliste. So gehören unter anderem Finanzdienstleister, Sparkassen und Banken, Landesbanken und Landesbausparkassen wie die BayernLB, die Landesbank Hessen-Thüringen, LBS Bayern, Sparkassen Informatik, Deka Bank, Deutsche Kreditbank, Hauck & Aufhäuser, der Sparkassenverband Bayern oder State Street zu den Unternehmen, die ihre IT dem IZB Informatik-Zentrum anvertrauen.

Skaleneffekte durch Virtualisierung

Trotz aller Individualisierung ist es natürlich wichtig, dass das Ergebnis auf der Kostenseite attraktiv ist. Hier ermöglichen Skaleneffekte, die ein spezialisierter Dienstleister beim Betrieb einer IT-Infrastruktur erzielen kann, individuelle Produkte zu wettbewerbsfähigen Preisen anzubieten. Da die Kernkompetenz eines IT-Dienstleisters die IT ist, kann dieser durch den Einsatz auf Standards basierender moderner und innovativer Technologien mehrere Kunden auf einer Plattform bedienen und damit kostengünstiger arbeiten als jeder einzelne Kunde es für sich allein könnte. Wollte ein Kunde beispielsweise in der Vergangenheit eine Anwendung betreiben, so musste er zunächst die entsprechenden Hardwareanforderungen dafür spezifizieren. Der Dienstleister beschaffte dann ein entsprechendes Serversystem und betrieb dies in seinem Rechenzentrum. Hier profitierte der Kunde bereits von Synergieeffekten bei der Systemadministration durch spezialisierte Betreuer. Die Hardwarekosten waren jedoch nicht wesentlich geringer. Heute teilt der Kunde dem IZB Informatik- Zentrum bei demselben Szenario einfach mit, wie viel Speicherplatz, Rechenleistung und Bandbreite bei Hochverfügbarkeit er für den Betrieb seiner Anwendungen benötigt. Um die technische Umsetzung kümmert sich dann der professionelle ITDienstleister. Kann das IZB Informatik-Zentrum auf Grund seiner intern standardisierten Infrastruktur eine Kundenanwendung beispielsweise ebenso gut auf einem virtuellen Server betreiben, so wird dies für den Kunden gleich deutlich günstiger. Denn statt einem voll ausgestatteten Serversystem bezahlt der Kunde bei gleicher Leistung hier nur den Speicherplatz, die Rechenleistung und die Bandbreite, die er auch tatsächlich nutzt. Weitere Skaleneffekte kann der Dienstleister auch beim Personaleinsatz erzielen. Denn benötigen zahlreiche einzelne Systeme entsprechend viele spezialisierte Administratoren, können weniger Spezialisten ebenso viele virtuelle Server betreuen - was wiederum die Kosten senkt.

Vertrauen ist gut, Beweise sind besser

Wer seine IT und damit geschäftskritische Komponenten und Prozesse in die Hände Dritter gibt, möchte natürlich sicher sein, dass seine Systeme und Daten in guten Händen sind. Entsprechende Broschüren der Anbieter können bei der Orientierung hilfreich sein, aussagekräftig sind hingegen offizielle Zertifizierungen von neutralen Dritten. So bestätigt beispielsweise das Zertifikat "Trusted Site Infrastructure" der TÜViT dem IZB Informatik-Zentrum, dass die Rechenzentren alle Infrastrukturanforderungen bezüglich der baulichen Gegebenheiten, Sicherheitssysteme, Energieversorgung und Brandmelde- sowie Löschtechnik, raumlufttechnischer Anlagen sowie Organisation und Dokumentation erfüllen. Die internationale Norm ISO/IEC 27001:2005 hingegen spezifiziert die Anforderungen für Konzeption, Einführung, Betrieb, Überwachung, Wartung, und Verbesserung eines dokumentierten Informationssicherheits-Managementsystems (ISMS) unter Berücksichtigung der Risiken innerhalb des gesamten Unternehmens. Das IZB Informatik-Zentrum hat hier im Dezember 2006 als erstes Unternehmen der Sparkassen-Finanzgruppe im Rahmen der Einführung des "Sicheren IT-Betriebs" des Informatikzentrums der Sparkassen-Organisation (SIZ) die ISO-27001-Zertifizierung erhalten. Zudem ist der IT-Dienstleister nach ISO 9001:2000 und BEST CPI (Business Excellence Services Trust - Continuous Process Improvement) zertifiziert.


Interview mit Dr. Walter Kirchmann, Geschäftsführer des IZB Informatik-Zentrums

Was macht einen guten IT-Dienstleister aus?

Kirchmann: Ein guter IT-Dienstleister verkauft nicht einfach nur Standardprodukte zu einem Preis, der niedriger ist als das, was der Kunde bislang bezahlt. Vielmehr muss ein guter Outsourcing-Anbieter die Bedürfnisse, Schmerzpunkte und operativen Rahmenbedingungen seiner Kunden genau kennen und auf dieser Basis für jeden Kunden die beste individuelle Lösung entwickeln und umsetzen. Um dies dann immer noch zu einem attraktiven Preis anbieten zu können, muss der Dienstleister seine IT-Infrastruktur intern standardisiert und bestens optimiert haben.

Bedeutet Individualisierung aber nicht gleichzeitig höhere Kosten?

Kirchmann: Das muss nicht sein. Das IZB Informatik-Zentrum hat seine Lösungen beispielsweise intern so aufgestellt, dass wir unsere Services zu sehr attraktiven Konditionen anbieten können. Dabei passen wir unsere Standards aber immer individuell an die jeweiligen Anforderungen unserer Kunden an. Damit erhält jeder Kunde eine maßgeschneiderte Lösung und senkt dabei seine IT-Kosten. Um so individuelle Lösungen anbieten zu können bedarf es auch guter Beratung und eines entsprechend kundenorientierten Service.

Muss ein Unternehmen gleich seine gesamte IT an einen Outsourcer abgeben?

Kirchmann: Nein, wir haben gerade mittelständischen Unternehmen in bestimmten Situationen sogar schon andere Lösungen aufgezeigt. Für sie empfiehlt es sich in der Regel, zunächst schrittweise diejenigen Teile selektiv auszulagern, die schnell zu Kosteneinsparungen führen. Hierzu zählen beispielsweise Desktop-PC-Services, das Auslagern von Druckaufträgen oder Telefonie. Hat man erste Erfahrungen mit dem Outsourcing gesammelt, kann man dann beispielsweise den IT-Betrieb seiner unternehmenskritischen Rechneranlagen oder die IT-Sicherheit auslagern. Denn auch in diesen Bereichen können IT-Servicespezialisten dem Kunden einen schnellen Kosten- und Qualitätssprung ermöglichen.


Georg von der Howen
Freier Journalist in München


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