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Standardisierte Formate und Magnetspeicher trotzen der Zeit
ComputerZeitung, 17. September 2007
Von Dr. Walter Kirchmann,
Geschäftsführer des IZB Informatik-Zentrums/ms
Durch optimale Kombination aus Kapazität und Langlebigkeit eignen sich
besonders Festplatten und Bänder für die Archivierung. Doch neben der Hardware
entscheidet die Wahl des Dateiformats, ob die Kriterien zur Langzeitaufbewahrung
von Daten erfüllt sind.
Für viele Firmen ist die revisionssichere Archivierung ein notwendiges Übel:
Unsicherheit führt oft dazu, dass entweder keine Archivierung stattfindet oder alle
Daten auf teuren Live-Systemen vorgehalten werden.
Das belastet jedoch die Performance dieser Lösungen, denn handelsrechtlich und steuerlich
relevante Daten und Dokumente müssen bis zu zehn Jahre aufbewahrt werden. Gleichzeitig ist
sicherzustellen, dass niemand die Inhalte in der Zwischenzeit verändern oder löschen kann.
Um dies zu gewährleisten, können einmal beschreibbare WORM-Medien (Write Once Read Many)
wie CD oder DVD zum Einsatz kommen. Doch für professionelle Archivierungslösungen weisen
sie einige Nachteile auf. Denn einerseits ist ihre Speicherkapazität sehr gering. Zudem
ist die Haltbarkeit der Rohlinge mit fünf bis zehn Jahren für den Archivierungshorziont
zu kurz. Stand der Technik heute im optischen Bereich sind so genannte
Ultra-Density-Optical-Medien (UDO), die eine Speicherkapazität von bis zu 60 Gigabyte
bieten und deren Datenintegrität für 50 Jahre zertifiziert ist. Aber auch diese Speicher
reichen noch bei weitem nicht an die Kapazität ihrer magnetischen Kollegen hin.
WORM-Tapes punkten mit deutlich geringeren Kosten
Bei Magnetspeichern haben sich zur revisionssicheren Datenarchivierung WORM-Festplatten -
auch Content Addressed Storage (CAS) genannt - mit bis zu einem Terabyte Speicherkapazität
sowie WORM-Bänder mit bis zu 800 Gigabyte Größe etabliert. Bei CAS-Systemen sorgt eine
Kodierung sowie eine spezielle Adressierung auf dem Datenträger für die Sicherheit der
Informationen. Besonders in Rechenzentren, in denen Bandroboter und Library-Systeme bereits
vorhanden sind, lassen sich WORM-Tapes einfach als Komponente für die Langzeitarchivierung
integrieren.
Für größere Unternehmen mit eigenen Rechenzentren sind Festplatten- oder WORM-Bandarchive
heute das Medium der Wahl, da sie sich bei hoher Speicherkapazität in den laufenden Betrieb
integrieren lassen. Die Hersteller garantieren für ihre Medien in der Regel eine
Haltbarkeit von bis zu 30 Jahren. Während der Vorteil von WORM-Festplatten gegenüber den
Bändern vor allem die Geschwindigkeit beim Datenzugriff, punkten die Bandlaufwerke
weiterhin mit einer Total Cost of Ownership (TCO) von zirka einem Drittel bis einem
Viertel im Vergleich zur Festplatte.
Sowohl WORM-Bänder als auch -Platten sollten jedoch redundant ausgelegt sein. Damit wird
einem Datenverlust durch Schaden am Medium vorgebeugt.
Allerdings ist die Klärung der Hardware-Frage nur die halbe Miete bei der Archivierung.
Denn Unternehmen müssen sicherstellen, dass ihre abgespeicherten Daten während des
Aufbewahrungszeitraums nicht nur physikalisch lesbar, sondern auch logisch verarbeitbar
sind. Dies kann vor allem bei proprietären Datei- formaten problematisch werden. Denn
diese lassen sich oft nur mit der bestimmten Version einer bestimmten Software lesen,
die unter Umständen nur auf einer bestimmten Hardwareplattform läuft. Gibt es das System
nicht mehr, sind auch die archivierten Daten praktisch nicht mehr nutzbar. Daher empfiehlt
sich der Einsatz von offenen, standardisierten Dateiformaten wie XML, PDF/A oder
Opendocument-Format (ODF) für Dokumente oder PNG und JPEG für Bilder.
Link zum Artikel in der ComputerZeitung
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