Finanzmagazin.info, Ausgabe 4/2008
Quelle: visAvis.de
Immer mehr Banken und Finanzdienstleister vertrauen angesichts verschärfter Berichts- und Warnpflichten auf eine intelligente Service-orientierte Software-Architektur.
Noch ist unklar, welche Ausmaße die Immobilienkrise annehmen wird. Klar ist, dass sie im Bankensektor deutliche Spuren hinterlassen hat. Auch die IT wandelt sich – hin zu mehr Kontrolle und Kundennähe. Unternehmenszusammenschlüsse tragen dazu bei, dass Softwarewelten zueinander finden müssen, die gar nicht zueinander passen. Mehr denn je sind neue, kompatible, hochfunktionale und sichere Lösungen gefragt. Die Informationsmanager der Banken stehen vor Herausforderungen, die nicht selten der Gesetzgeber diktiert.
Seit dem 1. November 2007 ist die neue Finanzmarktrichtlinie MiFID (Markets in Financal Instruments Directive) in Kraft, die von Geldinstituten schärfere Berichts- und Warnpflichten gegenüber Kunden und Kontrollbehörden verlangt. Nun sind Finanzdienstleister verpflichtet, umfassend über Chancen und Risiken von Anlagen und Investments aufzuklären und entsprechende Vorgänge zu dokumentieren. „Um diese Auflagen zu erfüllen, müssen Banken abteilungs- und aufgabenübergreifend auf Informationen zurückgreifen können. Eine zentrale Rolle spielen dabei Business-Intelligence-Lösungen“, sagt Frank Heinicke, Business Expert Risk Manager von SAS Deutschland. „Das MiFID-Pflichtenheft macht ein durchgängiges Informationsmanagement bei Banken unumgänglich: Wenn z.B. der Beratung eines Kunden einerseits und der Analyse seines Risikoprofils andererseits jeweils eine unterschiedliche Datenbasis zugrunde liegt, sind widersprüchliche Ergebnisse vorprogrammiert“, verdeutlicht Heinicke.
Eine intelligente Software-Architektur leistet auch beim Reporting wertvolle Dienste. Finanzdienstleister müssen seit letztem Jahr ihre Transaktionsdaten offen legen und Anleger auf mögliche Interessenkonflikte hinweisen, etwa wenn die Bank Provisionen erhält. Überdies müssen die Geldhäuser ihre Kunden über den jeweils aktuellen Stand ihres Investments informieren. „Mithilfe von Business-Intelligence-Lösungen erstellen die Unternehmen profilabhängige Standardreports, in die Daten aus unterschiedlichsten Quellen einfließen. Dabei haben Datenqualität und -integrität die höchste Priorität, denn fehlerhafte Berichte können schlimmstenfalls Regressansprüche seitens des Anlagekunden nach sich ziehen“, erklärt der Experte.
Banken müssen umfangreicher denn je berichten – ein Trend, der sich künftig noch verstärken wird. Daher sollte die IT erweiterungsfähig und wandelbar sein. Wer dabei von Anfang an auf Service-orientierte Architekturen (SOA) setzt, kann ohne großen Aufwand seine IT-Systeme neuen Anforderungen anpassen. Durch SOA lassen sich veränderte Funktionen und Anforderungen besser strukturieren, sodass der Überblick nicht verloren geht, womit etwa eine automatisierte Kontenbearbeitung ungeachtet immer neuer Regulatorien flüssig und solide abläuft. Durch die flexible IT werden Arbeitsabläufe verbessert, Kosten sinken und die Transparenz steigt. Allerdings wissen viele Bank- und Versicherungsdienstleister mit dem Begriff SOA nichts anzufangen: Laut einer Umfrage von Vanson Bourne haben fast 68 Prozent der Befragten noch nie davon gehört.
Wer nicht firm auf diesem Gebiet ist oder wem die Bordmittel fehlen, der sollte seine IT auslagern. „Unternehmen verbleiben heute lediglich 30 Prozent der verfügbaren IT-Mittel, um Geschäftsprozesse umzugestalten und zu optimieren. Der Rest fließt in den laufenden Betrieb und die Wartung. Gleichzeitig erfordern verschiedene Geschäftsprozesse jeweils unterschiedliche Sourcing-Strategien und flexiblere Services“, sagt Dr. Walter Kirchmann, Geschäftsführer beim IZB Informatik-Zentrum, einem auf die Finanzbranche spezialisierten IT-Dienstleister. Das heißt: Durch IT-Outsourcing lassen sich neue Kapazitäten und mehr Flexibilität gewinnen, weil ein Großteil der Kraft nicht von Alltagsaufgaben und starren Prozessen gebunden wird. Professionelle Provider können die Bankgeschäfte kräftig beschleunigen. So hat das IZB-Team etwa durch eine moderne Linux-Architektur die Transaktionen pro Sekunde im Wertpapierhandelssystem der BayernLB um 800 Prozent gesteigert.
Zudem wird der Wettbewerb in der Finanzdienstleistungsbranche immer härter. Neue Produkte können rasch vom Mitbewerber kopiert werden, weshalb es wichtig ist, innovative Ideen schnell auf den Markt zu bringen. Manchmal helfen dabei auch auf den ersten Blick unscheinbare Services, etwa eine Spracherkennung und Sprecherverifikation, die den Kunden beim Telefon-Banking nicht den letzten Nerv raubt. Eine solche kombinierte Lösung bietet die US-Firma Nuance an. Damit lässt sich schnell durch den Sprachdialog navigieren und, wichtiger noch, der Kunde kann sich mit seiner eigenen Stimme Zugang zum geschützten persönlichen Bereich verschaffen, Kontostände abfragen, Depots checken oder auch Überweisungen ausführen.
Noch handfester ist eine neue IT-Lösung namens eWitness. Damit wird eine Art „elektronisches Einschreiben mit Rückschein“ möglich. Dabei kann nicht nur der Versand von E-Mails oder Daten zweifelsfrei nachgewiesen werden, sondern mittels elektronischer Fingerabdrücke auch deren Inhalt. Notare protokollieren elektronische Transaktionen von Unternehmen und versehen diese mit digitalen Signaturen und Zeitstempeln. So werden nachträgliche Manipulationen der übermittelten Daten ausgeschlossen. Das ist nicht nur im Kundenverkehr wichtig. Banken können belegen, dass sie Gesetze eingehalten und vorgeschriebene Richtlinien in ihrer Organisation umgesetzt haben. Überdies lassen sich mit dem System große Informationsmengen problemlos digital archivieren. Solche Lösungen zeigen, dass die IT im Finanzbereich immer höheren Anforderungen und Sicherheitsstandards genügen muss. Kaum eine Branche ist so gravierenden wirtschaftlichen und regulatorischen Veränderungen ausgesetzt wie die der Finanzdienstleister. So schnell wird bei den CIOs keine Langeweile aufkommen – das ist sicher.
Autor:
Chris Löwer [25.04.2008]
Quelle: visAvis.de
Zeit für eine neue Perspektive
Finanzmagazin.info, Ausgabe 4/2008
Quelle: visAvis.de
Unternehmen geben heute rund 70 Prozent ihres IT-Budgets für den Betrieb und die Wartung ihrer IT-Infrastruktur aus. Lediglich 30 Prozent der verfügbaren Mittel verbleiben dem CIO, um Geschäftsprozesse umzugestalten und zu optimieren. Daher sollte er sich fragen, wie er mit seiner IT-Infrastruktur einen Mehrwert für sein Unternehmen generieren kann.
Denn jeder Geschäftsprozess stellt unterschiedliche Anforderungen an die IT-Infrastruktur in Bezug auf Verfügbarkeit, Performance, Kosten und Agilität. So fordern beispielsweise Mitarbeiter im Investment-Banking eines Finanzinstituts eine hohe Verfügbarkeit bei minimalen Antwortzeiten. Der damit verbundene IT-Aufwand relativiert sich jedoch durch die hohen Erträge in diesem Geschäftszweig. Bei hoch standardisierten Geschäften hingegen wie dem Kredit-Backoffice sind Ausfallzeiten auf Anwenderseite tolerierbarer, dafür stehen minimale Stückkosten und niedrige Gesamtkosten im Vordergrund.
Dies erfordert ein abgestimmtes System- und Service-Design sowie eine individuelle Sourcing-Strategie. Zudem stellt sich dem CIO eines Finanzdienstleisters die Frage, ob seine Kernkompetenzen unbedingt im System-Engineering einer IT-Infrastruktur zu suchen sind.
Hier können auf die Finanzbranche spezialisierte IT-Dienstleister wie das IZB Informatik-Zentrum weiterhelfen. So konnten deren Experten beispielsweise durch eine moderne Linux-Architektur die Transaktionen pro Sekunde im Wertpapierhandelssystem der BayernLB um 800 Prozent steigern und gleichzeitig dessen TCO um mehr als 30 Prozent senken. Eine neue Perspektive auf die IT-Infrastruktur zahlt sich also aus.
Quelle: visAvis.de
|
|
 |
 |