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Eine Frage der Zeit

Bankmagazin 3/06

Laut der Prognose des Marktforschers Aberdeen, basierend auf einer Umfrage unter rund 250 Unternehmen, könnten die 2000 weltweit größten Unternehmen in fünf Jahren 53 Milliarden US-Dollar durch SOA einsparen. Voraussetzung: sie integrieren es in 75 Prozent ihrer IT-Applikationen. Heinz Bickert, Geschäftsführer Entwicklung und Betrieb bei der Kordoba GmbH & Co. KG bestätigt den Trend: "SOA wird sich mittelfristig im Bankenbereich durchsetzen. Durch die flexible Kombination von Komponenten und Dienstleistungen werden bestehende Prozessketten aufgebrochen und kundeneigene erstellt. Damit reduziert SOA die Komplexität und erhöht gleichzeitig die Flexibilität. Unsere Erfahrung zeigt, dass bereits heute das Thema SOA bei Investitionsentscheidungen an zentraler Stelle jedes Anforderungskatalogs der Banken steht."

Komplexe Dienste einfach gestalten

BM: Warum sollten Banken sich mit dem Thema SOA beschäftigen?
Kirchmann: Banken verfügen oftmals über zahlreiche Altanwendungen. die eine Optimierung der Geschäftsprozesse schwierig gestalten. Hier bietet SOA Möglichkeiten als ein Rahmenwerk, in dem sich Softwareservices nicht nur erstellen, sondern auch verwalten und kombinieren lassen. Das Hauptziel dieser Softwarearchitektur ist es, komplexe Geschäftsprozesse in einzelne Services aufzubrechen und diese in einem ersten Schritt von der zu Grunde liegenden IT-Infrastruktur abzukoppeln. Wenn dieses Ziel erreicht ist, können Banken ihre Anwendungen weiterentwickeln, ohne dafür jedes Mal die komplette Infrastruktur mit anpassen zu müssen.
BM: Welche Vorteile bietet SOA den Banken?
Kirchmann: In einer SOA können einerseits ganz einfache Dienste wie eine Kontoeröffnung oder die Überprüfung der Kreditwürdigkeit abgebildet sein. Andererseits ließe sich beispielsweise der Prozess des Online-Wertpapierhandels auf Basis van SOA in die Services Wertpapierdienst, Marktdatendienst, Depot-dienst, Orderdienst und Archivdienst gliedern. Jeder dieser einzelnen Dienste könnte in Zukunft auch mit anderen Diensten kombiniert werden. Das erleichtert die Einbindung neuer Anwendungen in die IT-Infrastruktur, Zudem führt die Mehrfachnul2ung einzelner Dienste zu Kosteneinsparungen bei der Entwicklung neuer Services und Anwendungen
BM: Welche Vorteile bietet ein IT-Serviceleister in diesem Bereich?
Kirchmann: Im Gegensatz zu Unternehmen, die ihre SOA selbst betreiben, können wir mehreren Kunden gleichzeitig unsere SOA-Infrastruktur zur Verfügung stellen. Abgesehen vom hohen Know-how unserer Spezialisten schaffen wir dadurch Synergieeffekte und Kostenvorteile beim Betrieb der Infrastruktur, die wir direkt an unsere Kunden weitergeben können.
BM: Birgt die Anbindung externer Partner in einer SOA nicht ein hohes Sicherheitsrisiko?
Kirchmann: Nicht unbedingt. Aufgrund der Kundenstruktur entspricht unse re technische Sicherheitsinfrastruktur bereits hohen Standards. Denn die IT Infrastruktur muss nach wie vor BaFin-gerecht sein. Zudem ist das Bundesdatenschutzgesetz einzuhalten. Wenn es darum geht, den Zugriff auf externe Dienste abzusichern, können wir schon heute auf viel Erfahrung auch im Bankenbereich zurückgreifen.


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